Zwitter – die Zweigeschlechtlichkeit
Als Zwitter gelten Menschen die keinem der beiden Geschlechter klar zuzuordenen sind. Sie weisen beide Geschlechtsmerkmale auf.
Seit den späten 50er Jahren, als die Operationsmöglichkeiten und Hormontherapien immer weiter verbessert wurden und der amerikanische Sexualforscher John Money feststellte, dass die Entscheidung für ein Geschlecht – durch den behandelnden Arzt – auch psychosozial unproblematisch verlaufe, wenn sie bis zum Alter von 18 Monaten gefällt wird, gilt diese Entscheidung der Ärzte als Standard. Bei zwei Dritteln alle Fälle wird das Kind bei der OP feminisiert, da dabei der chirurgische Eingriff leichter ist.
Doch Betroffene, die jetzt erwachsen sind, kritisieren genau das, da sie mit den von fremden Menschen zu früh geschaffenen Tatsachen unzufrieden und unglücklich sind. Manche Ärzte sehen im uneindeutigen Geschlecht des Babys keine Krankheit, sondern einfach eine „natürliche Variation des Menschen. Krank macht erst das Gefühl: mit mir stimmt einfach etwas nicht.
Der Gesetzgeber sieht aber bisher noch immer eine Festlegung des Geschlechts des Kindes im Personenstandsregister binnen einer Woche nach der Geburt vor.
Sollte man das „Tor zur Geschlechtsidentität des Kindes am besten ganz auflassen.“, wie A. Schwarzer vor kurzem zu bedenken gab? Als mögliche Alternative zur “bipolaren Zweigeschlechtlichkeit” gibt es das Gedankenmodell der Amerikanerin S. Kessler, in dem neben „weiblich“ und „männlich“ auch die Kategorien “herm” für echte Hermaphroditen, dazu “merm” und “ferm” für mehr dem männlichen oder mehr dem weiblichen Geschlecht näherliegende Personen.
Doch Eltern und Heranwachsende, mit „ambivalenten“ Genitalien, haben es in einer Gesellschaft schwer, die in Sachen Geschlecht nur das Entweder-Oder kennt.
siehe auch den Artikel zur transsexualität / transexuell .
Leider gibt es keine ähnlichen Artikel in diesem Blog.