Porno, Pornodarsteller und wie läuft ein Pornodreh?
Pornodarsteller sind alle naturgeil und brauchen es immer. Die Männer müssen ein Riesenrohr haben. Zudem können sie stundenlang und spritzen auch mehr, weiter und öfter ab. Pornodarstellerinnen müssen alle eine schlechte Kindheit gehabt haben. Wie sie sich vor der Kamera geben, so sind sie auch in echt. Und was sie da alles Geiles treiben, treiben sie auch privat. Je lauter sie stöhnen, um so besser ist der Typ und je bombastischer der gemeinsame Orgasmus.
Am Set koksen alle zusammen. Und die Männer schlucken zudem noch Viagra & Co. Das sind unsere Vorstellungen von Pornofilm dreh. Doch wie ist der wirklich?
Wäre ich ein guter Pornodarsteller? Für wen ist so ein Job geeignet?Â
Für Typen, die das Sex-Geschäft intellektuell durchblicken und die dafür gestrickt sind wie Kelly Trump  und Till Kraemer. Wie sie muss man sexhungrig sein, eine exhibitionistische Ader haben, im Einklang mit seinem Körper leben und schnell mit anderen intim werden können. Männer dürfen zudem keine Erektionsprobleme haben. Zu kleine Schwänze sind nicht förderlich, aber auch kein Hindernis.Â
Die Hauptbestandteile aller Pornos sind eine kurze Einstiegsszene, die Penetration und ein sichtbarer Cumshot. Natürlich wird jedes Mal etwas hinzugefügt. Ein Trend ist zum Beispiel, Pornos immer härter zu machen – durch Analverkehr oder Doppelpenetrationen: einen Schwanz in der Muschi und einem im Po oder gar zwei im Po. Und immer mehr Leute rammeln auf einmal.Â
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Es wird weicher und liebevoller – oder ganz anders. In Pornos wird dann zum Beispiel gezeigt, wie sich Amateure in Castings zum Profidarsteller poppen wollen wie in „Frl. Rottenmeier“-Filmen von „Muschi-Movie“. Es gibt zudem Nachahmungen von Mainstreamfilmen wie „Herr der Ringe“ als erotische Komödie oder Märchen, in denen sich sieben Männer mit einer blassen Schwarzhaarigen vergnügen.
Beim Porno geht es nicht darum, ob die Darsteller Spaß haben, sondern ob es so aussieht. Der Zuschauer muss auf seine Kosten kommen. Pornostar Tera Patrick und andere Profi Pornodarsteller fummeln zwar vor der Kamera am Partner-Po oder lassen sich anal nehmen, aber in echt finden sie das eklig.Â
Und? Sind die Orgasmen der Frauen im Porno echt?
Die meisten nicht, aber manche ja.Â
Generell werden beim Pornofilm persönliche Grenzen immer weiter nach hinten verschoben. Erst drehen die Pornodarsteller vielleicht nur mit ihrem eigenen Partner und haben nur Vaginalverkehr. Im nächsten Video probieren sie es doch anal. Und dann treiben sie es mit einem anderen Darsteller, bevor sie zum Gangbang übergehen. Oder sie machen Homo-Sex, obwohl sie nicht homosexuell sind. Penny Flame wäre ein Beispiel dafür.Â
Und da Geschmäcker verschieden sind, werden in Pornos alle erotischen Vorlieben bedient: SM, Fetische, Homosexuelles, große Busen, schwarze Darsteller usw.
Auf dem Markt müssen sich Hochglanz-Hardcorestreifen, die mit Riesenaufwand in traumhafter Kulisse mit professionellen Leuten gedreht wurden, durchsetzen, gegen die Privatsexclips von Mandy und Ronny aus Sachsen, die auf ihrem braunen Sofa vor ihrer schwarzen Anbauwand bei angeschalteter WebCam poppen. Im Internet gibt es viele dieser kleinen Privat-Clips. Entweder wurden sie aus DVD-Filmen geschnitten, oder von Amateuren oder Profis ins Internet gestellt.
Im Altgriechischen bedeutet Pornographie die „Darstellung von Huren“.Â
Heute verstehen wir darunter, dass man im Gegensatz zu Softcore-Filmen explizit die Geschlechtsorgane, wie den erigierten Schwanz und die Vagina sieht.
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Und wie läuft es hinter den Kulissen beim Pornofilm ab?
Die Gefahr von sexuell übertragbaren Krankheiten wird heruntergespielt. In den USA sind HIV-Tests nötig, um in Pornos mitspielen zu dürfen. Doch ein Test schützt nicht vor Ansteckung, sondern Kondome. Wer einen negativen Test vorlegt, darf auch ohne Gummi poppen. Darren James, ein alter Hase im Pornogeschäft, mit dem auch bereits Katja Kassin drehte, wurde 2004 positiv getestet – nachdem er außerhalb der Staaten in Brasilen unsafe verkehrte. Daraufhin wurde eine Liste erstellt: Zehn Frauen, die wiederum mit 50 Männern Sex hatten, könnten sich im Schneeballsystem mit dem todbringenden Virus angesteckt haben. Porno-Neuling Lara Roxx hat es dann tatsächlich getroffen …
Unter den tschechischen Pornodarstellern grassierte im Sommer 2007 eine Syphiliswelle. Etwa 21 Darsteller in der Prager und 26 in der Pilsener Szene kämpften mit der Krankheit. Das Ausmaß war so groß, dass sich das tschechische Gesundheitsamt damit auseinander setzen musste …
Neben dem erhöhten Krankheitsrisiko stellt sich die Frage: Mögen Darsteller was sie da am Set machen?Â
Die Antwort ist: manches ja und manches nicht.Â
Wer also mit dem Gedanken spielt, vor die Kamera zu treten, sollte zusehen, dass er sich von vornherein nicht zu Dingen überreden lässt, die er nicht möchte. Und welche Dinge das sind, sollte man sich vorher sehr genau überlegen, um nicht von Produzent oder Regisseur überrumpelt zu werden und dann doch die eigene Grenze zu überschreiten. Ein Zurück gibt es nicht.Â
Ich bin mir nicht sicher, was man seiner Seele antut, wenn man seinen Körper dauerhaft auf diese Weise fordert. Meiner Meinung nach müssen verletzende Spuren bleiben. Als interessantes Beispiel fällt mir da Annie Sprinkle ein. Sie wurde nach ihrem Karriere-Ende lesbisch. Ihre Freundin muss um Erlaubnis fragen, wenn sie ihre Brüste berühren möchte. Zu viele Männerhände haben sie zu oft ungefragt angegrabscht. Trotzdem gab Annie in Vagina-Shows Tipps für eine bessere Orgasmusfähigkeit der Frau – und jeder durfte dabei ihre Möse anfassen.