Erotomanie, die Sex Sucht
Es ist der Zwang, sich nahezu pausenlos mit Liebe, Erotik und Sexualität zu beschäftigen. Es beginnt damit, sich ständig stimulieren zu wollen. Das kann sich so sehr steigern, dass der Betroffene an nichts anderes mehr denken kann.
Der Sexualforscher Iwan Bloch definierte Sex-Sucht als eine übermäßige Sehnsucht nach Liebe. Bei ständig fehlender Wärme, Zuneigung und Geborgenheit geschehen selbst alltägliche Dinge - wie Bahnfahren, Bücher lesen oder Sport treiben nur aus sexuell motivierten Antrieb: Alles wird mit erotischen Phantasien verbunden.
Dieser Zwang führt ebenfalls zur unaufhörlichen Suche nach immer neuen Reizen und anderen Sexual-Impulsen, die notfalls auch durch Ersatzstimulationen befriedigt werden, zum Beispiel mit dem ständigen Betrachten pornographischer Magazine und gleichzeitiger Masturbation. Sexsüchtige erleben einen Orgasmus nur kurz als befriedigend.
Die Sex-Sucht kann sich in ständige Aggressionen steigern oder auch in masochistische Verhaltensweisen umwandeln.
So richtig kann allerdings niemand sagen, wie viel Lust man haben darf und wann es zu viel wird. Wer ausschließlich sexuell motiviert handelt und nicht mehr die Wahl hat, ob er sich überhaupt stimulieren möchte, gilt als sexsüchtig. Um dieser Sucht zu entkommen, sollte psychologische Hilfe von Fachleuten in Anspruch genommen werden.
Das medizinisch psychologische Fremdwort für ein krankhaft übersteigertes sexuelles Verlangen heißt Erotomanie.